Wer betreibt diese Website?

Ich heiße Anke Schulz, bin Literatur- und Sozialwissenschaftlerin, Autorin des Buches 'Fischkistendorf Lurup', seit 2003 Webmasterin dieses Informationsportals zur Regionalgeschichte Nordwest Hamburgs.

Ausgangspunkt meiner Recherchen zur Regionalgeschichte war mein Buchprojekt 'Fischkistendorf Lurup - wilde Siedlungen, Bauwagen und Lager von 1920 bis 1950' , das im November 2002 erstmalig im VSA Verlag erschien. An diesem Buch mitgewirkt haben Hans Ellger mit einem Beitrag über das Außenlager des KZ Neuengamme und Gordon Uhlmann, der Fotos aus dem Archiv des Museums der Arbeit kommentierte. Da das Buch mittlerweile vergriffen ist, habe ich einige Kapitel hier veröffentlicht. Die Beiträge von Hans Ellger und Gordon Uhlmann finden Sie unter Slums und Medien und KZ Außenlager. 2009 konnte auf meine Initiative hin unterstützt vom Regionalausschuss Stellingen eine Gedenktafel an das Zwangsarbeiterlager in der Lederstraße im Eingangsbereich des Stellinger Bahnhofs errichtet werden. Über dieses Lager habe ich ebenfalls Informationsmaterial zusammengestellt. Der Sülldorfer Landwirt Wolf Müller hat freundlicherweise seinen Artikel über Zwangsarbeiter in der Sülldorfer Landwirtschaft zu Verfügung gestellt. Ihm und allen, die an der Realisierung dieses Seite mitgewirkt haben, mein herzliches Dankeschön. Ulrike Lierow von der Stadtentwicklungsgesellschaft (Steg) vermittelte mir 2002 die Förderung meines Buches durch den Altonaer Kulturausschuss, wofür ich mich auch an dieser Stelle ausdrücklich bedanken möchte. Ohne die Unterstützung von umdenken, der Heinrich - Böll - Stiftung Hamburg e.V., hätte dieses Buch ebenfalls nicht realisiert werden können - auch hierfür ein herzliches Dankeschön. Besonders bedanken möchte ich mich auch bei den Betreibern der Site www.lurup.de, die mir seit 2003 die Möglichkeit geben, mein Informationsangebot kostenlos als Subdomän ins Netz zu stellen. Unterstützt werde ich ebenfalls vom Verbund Hamburger Geschichtswerkstätten und der Werkstatt der Erinnerung. Rechtsnachfolgerin meines Informationsportals im Falle meines Todes ist das Stadtteilarchiv Ottensen.

Bedanken möchte ich mich auch herzlichst bei all denjenigen, die mir ihre Erinnerungsschätze anvertraut haben, die Kartenmaterial, Fotos, Wissen und Dokumente zur Verfügung gestellt haben. Ganz besornders freut es mich, dass Uwe Scheer, Dieter Rednak und Rosa Ludwigsen autobiographische Berichte für diese Website verfasst haben. Bedanken möchte ich mich auch beim Luruper Forum für die Vergabe des Luruper Kulturpreises 2013.

Eine kurze Inhaltsangabe des Buches 'Fischkistendorf Lurup':


"Fischkistendörp" , so wurden vor noch nicht allzu langer Zeit die Hamburger Stadtteile Lurup und Osdorf in der einfachen Bevölkerung genannt. Denn viele Arbeits- und Obdachlose aus Altona und St. Pauli, vor allem ehemalige Beschäftigte der Fischverarbeitungsindustrie, zimmerten sich meist illegal aus allen erdenklichen Materialien Notunterkünfte, aus Fischkisten, die entsetzlich stanken, aus Eierkisten und Seifenkisten. Siedlungen, die wir heute als Slum bezeichnen würden. Aber die Leute damals hatten keine andere Wahl, sie waren infolge der Massenarbeitslosigkeit der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts arbeitslos und mit zunehmender Verarmung auch obdachlos geworden. Die Erfahrung der Massenarbeitslosigkeit politisierte die Menschen damals: die meisten dieser Arbeiterinnen und Arbeiter fühlten sich den Ideen der Arbeiterbewegung verpflichtet, dazu gehörte die Idee der Selbsthilfe, sei es durch Gründung von Siedlungsgenossenschaften, sei es durch unorganisierte, eher anarchische Formen des Siedelns. Heute ist das etwa 75 Jahre her, und so manche alte Luruperin kann noch darüber erzählen, so mancher alte Luruper hat in dieser Zeit seine Kindheit verbracht. Aber mit der letzten Generation dieser alten Siedler droht auch die Erinnerung an diese Formen der Selbsthilfe verloren zu gehen. Zeigen uns nicht die aktuellen Erfahrungen der heutigen Massenarbeitslosigkeit, wie wichtig eine Rückbesinnung, eine Vergegenwärtigung der lebensgeschichtlichen Bedeutung der alten Arbeitslosensiedlungen für unser kollektives Gedächtnis und unsere gegenwärtige Bewältigung der Arbeitslosigkeit sein können? Die Autorin Anke Schulz, deren Großeltern erst in einem Straßenbahnwagen, dann in einer selbstgezimmerten Kistenhütte der Obdachlosigkeit entgingen, sammelte im Verlaufe vieler Jahre umfangreiches Material und organisierte Interviews mit zahlreichen Zeitzeuginnen zur Geschichte Lurups. Die vielen Geschichten, von denen sie auf diesem Wege erfuhr, werden in diesem Buch erzählt, mit vielen alten Fotos, Briefen und Auszügen aus alten Akten illustriert.
Das Buch nimmt Leserinnen und Leser mit auf einen Spaziergang durch Raum und Zeit des alten Lurups der Jahrzehnte zwischen 1920 und 1950. Während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden viele der sich als links und arbeiterbewegt verstehenden Siedler verfolgt und gezielt der Zuzug systemtreuer Familien gefördert. Die Plattenbauten und Leybuden, die diesen Menschen zur Verfügung gestellt wurden, mussten KZ Häftlinge und Zwangsarbeiter erstellen, darunter Jüdinnen aus den baltischen Ländern, italienische Militärinternierte und Sinti und Roma, die nach Lurup und seine angrenzenden Stadtteile in Lager verschleppt wurden. Erstmalig werden von der Autorin Hintergründe der Errichtung eines Arbeitslagers für Sinti und Roma in der Lederstraße anhand alter NS-Akten dargestellt. Im Friedrichshulder Weg errichteten die Nationalsozialisten ein Außenlager des KZ Neuengamme, in dem Jüdinnen unter unmenschlichen Bedingungen für die Bauwirtschaft arbeiten mussten. Der Historiker Hans Ellger, der über dieses KZ seine Promotion schreibt, hat zahlreiche Interviews mit Überlebenden führen können und beschreibt in einem eigenen Beitrag die damaligen Lebensbedingungen dieser Menschen.
In den ersten Nachkriegsjahren sicherte die Selbstversorgung mit Hühnern, Gänsen und Kaninchen vielen Kleingärtnern und Siedlern nicht nur in Lurup und Osdorf das Überleben. Noch in den 60er Jahren klagten Baubehörde und Gesundheitsamt über die mangelnden hygienischen Zustände in den Kleingärten und Buden. Vielerorts wurden die Fischkistensiedlungen abgerissen und Reihenhäuser an ihrer Stelle errichtet. Aber hinter so manchem altem Haus in Lurup, mit den Jahren ausgebaut und restauriert, steckt noch eine alte Fischkistenhütte, der man heute ihre Geschichte kaum noch ansieht.

Ich wünsche Ihnen interessante und wichtige Erkenntnisse beim Lesen und Durchstöbern dieser Seiten!

Wenn Sie mir eine E-Mail schreiben möchten: lurup@gmx.de
 

Anke Schulz

 

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